Das Wichtigste auf einen Blick:
- Fluorid in Zahnpasta schützt nachweislich vor Karies.
- Entscheidend ist die richtige Menge: reiskorngroß bis 2 Jahre, erbsengroß ab 2 Jahren
- Ab dem Wechselgebiss, meist ab 6 Jahren, wird Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid empfohlen.
- Fluoridtabletten und Fluorid-Zahnpasta nicht kombinieren.
Hi, ich bin Gamze und habe DOUG entwickelt, unsere Kinderzahnpasta. Wenn ich Eltern davon erzähle, kommt fast immer dieselbe Frage: "Und, Fluorid ja oder nein?".
Ich verstehe die Unsicherheit total. Im Netz findet man dazu so widersprüchliche Meinungen, dass man gar nicht mehr weiß, was man glauben soll und was richtig ist.
Deshalb erkläre ich dir in diesem Artikel, was die Fachgesellschaften empfehlen und warum ich mich bei DOUG für Fluorid entschieden habe.
Wie Fluorid Kinderzähne schützt
Fluorid macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen die Säuren, die Kariesbakterien aus Zucker bilden. Außerdem hilft es, kleine Schäden im Zahnschmelz wieder zu reparieren, bevor daraus ein Loch wird.
Das ist keine Marketing-Behauptung: Die kariesvorbeugende Wirkung von Fluorid-Zahnpasta gehört zu den am besten untersuchten Maßnahmen in der Zahnmedizin.
Gleichzeitig haben gerade Kleinkinder in Deutschland immer noch zu oft Karies in den Milchzähnen.
Wie viel Fluorid ab welchem Alter?
Lange haben Kinder- und Zahnärzte unterschiedliche Empfehlungen gegeben, was Eltern zusätzlich verunsichert hat. Seit 2021 gibt es endlich eine gemeinsame Empfehlung, erarbeitet von Fachgesellschaften der Kinder- und Zahnärzte unter dem Netzwerk "Gesund ins Leben".
| Alter | Zahnpasta | Menge | Wie oft |
| ab dem 1. Zahn bis 2 Jahre | 1.000 ppm Fluorid | reiskorngroß | 2x täglich |
| 2 bis 6 Jahre | 1.000 ppm Fluorid | erbsengroß | 2x täglich |
| ab dem Wechselgebiss (ca. ab 6 Jahre) | 1.450 ppm Fluorid | erbsengroß | 2x täglich |
Interessant ist, dass sich die empfohlene Fluoridkonzentration zwischen dem ersten Zahn und dem sechsten Geburtstag nicht grundsätzlich verändert. Entscheidend ist vielmehr die verwendete Zahnpastamenge. Während bei Kindern unter 2 Jahren eine reiskorngroße Menge vorgesehen ist, dürfen Kinder ab 2 Jahren eine erbsengroße Menge verwenden. So wird die Fluoridzufuhr an das Alter angepasst.
Wichtig: Bekommt dein Kind Fluoridtabletten, sollte es keine Zahnpasta mit Fluorid verwenden, sonst wird es zu viel. Sprich im Zweifel mit deiner Kinderarztpraxis.
Richtig dosieren, so klappt's
- Du gibst Zahnpasta drauf, nicht dein Kind. Kleine Kinder nehmen sonst schnell zu viel.
- Reiskorn und Erbse sind die Richtwerte. Ganz genau abmessen kann man das mit normalen Tuben nicht, aber ein dünner Hauch bzw. eine kleine Kugel ist eine gute Orientierung.
- Ausspucken üben. Je früher dein Kind lernt, die Zahnpasta auszuspucken, desto besser. Nachspülen mit Wasser ist dagegen nicht nötig, sonst wird das Fluorid gleich wieder weggespült.
Warum ich mich für Fluorid entschieden habe?
Für mich war bei der Entwicklung entscheidend, mich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Empfehlungen der Fachgesellschaften zu orientieren. Fluorid ist einer der am besten untersuchten Wirkstoffe in der Kariesprävention. Deshalb war es für mich keine Frage, ob wir Fluorid einsetzen, sondern wie wir es sinnvoll mit weiteren Inhaltsstoffen zur Zahnschmelzpflege kombinieren können.
Deshalb enthält DOUG 1.000 ppm Fluorid, genau die Menge, die für Kinder von 2 bis 6 Jahren empfohlen wird.
Und warum zusätzlich Hydroxyapatit?
Hydroxyapatit ist ein natürlicher Bestandteil des Zahnschmelzes und kann helfen, die Zahnoberfläche zu remineralisieren. Ich sehe es als sinnvolle Ergänzung, nicht als Ersatz: Für Fluorid ist die kariesvorbeugende Wirkung sehr gut belegt, zu Hydroxyapatit gibt es vielversprechende Studien, die Datenlage ist aber kleiner. Deshalb setzen wir bei Doug auf beides.
Für wen ist DOUG gedacht?
DOUG ist für Kinder von 2 bis 6 Jahren entwickelt: zweimal täglich eine erbsengroße Menge, aufgetragen von dir.
Wir haben uns bei Zahnheld bewusst dafür entschieden, DOUG für Kinder ab 2 Jahren zu entwickeln. Der Hintergrund ist vor allem die Dosierung: Kinder unter 2 Jahren dürfen bei einer Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid nur eine reiskorngroße Menge verwenden. Gleichzeitig können sie Zahnpasta häufig noch nicht zuverlässig ausspucken und verschlucken daher einen Teil davon.
Mit der Empfehlung ab 2 Jahren möchten wir uns deshalb bewusst auf die Altersgruppe konzentrieren, für die eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid vorgesehen ist.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass fluoridhaltige Zahnpasta für jüngere Kinder ungeeignet ist. Im Gegenteil: Auch für Kinder unter 2 Jahren wird fluoridhaltige Zahnpasta in entsprechend geringerer Menge empfohlen.
Sobald die ersten bleibenden Zähne durchbrechen, also mit Beginn des Wechselgebisses (meist um den 6. Geburtstag), ist es Zeit für eine Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid.
Ehrlich gesagt: Dann hat DOUG seinen Job gemacht.
"Ist Fluorid nicht schädlich?" Ehrliche Antworten auf euer Bedenken
Die Sorge kommt nicht aus dem Nichts. Fluorid ist wie vieles eine Frage der Menge. Wer als Kind über längere Zeit deutlich zu viel davon schluckt, kann helle Flecken auf den bleibenden Zähnen bekommen, eine sogenannte Fluorose. Genau deshalb sind die Mengenangaben so wichtig.
Entscheidend ist also nicht allein, ob eine Zahnpasta Fluorid enthält, sondern in welcher Konzentration und Menge sie verwendet wird. Die empfohlenen Dosierungen berücksichtigen ausdrücklich, dass kleine Kinder beim Zähneputzen einen Teil der Zahnpasta verschlucken können. Bei sachgemäßer Anwendung gilt fluoridhaltige Zahnpasta als sichere und wirksame Maßnahme zur Kariesvorbeugung.
Hältst du dich an die empfohlenen Mengen und kombinierst nicht mit Fluoridtabletten, überwiegt der Schutz vor Karies nach heutigem Wissensstand klar. Das sehen auch die Fachgesellschaften der Kinder- und Zahnärzte so.
FAQ
Ab wann sollte mein Kind Fluorid bekommen?
Ab dem ersten Zahn, in einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid. Ab 2 Jahren wird daraus eine erbsengroße Menge.
Was passiert, wenn mein Kind Zahnpasta verschluckt?
Kleine Mengen beim normalen Putzen sind kein Problem, das ist bei den Empfehlungen schon eingerechnet. Hat dein Kind größere Mengen gegessen, zum Beispiel aus der Tube, wende dich an deine Kinderarztpraxis oder einen Giftnotruf.
Reicht Hydroxyapatit allein, ohne Fluorid?
Zu Hydroxyapatit gibt es vielversprechende Studien, die Datenlage ist aber deutlich kleiner als bei Fluorid. Die Fachgesellschaften in Deutschland empfehlen deshalb weiterhin Fluorid-Zahnpasta.
Ab wann braucht mein Kind eine andere Zahnpasta?
Ab dem Wechselgebiss, also wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen (meist mit etwa 6 Jahren), wird Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid empfohlen.
Quellen
- Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen zur Kariesprävention im Säuglings- und frühen Kindesalter (2021)
- Cochrane Review: Fluoride toothpastes of different strengths for preventing tooth decay
- Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (DGKiZ): Fluoridempfehlungen enthalten "Sicherheitsspielraum", Zahnärztliche Mitteilungen
- Fluoridanwendung zur Kariesprävention, Thieme (DOI: 10.1055/a-1654-6874)








