Was sind Zahnspangen?
Mit Zahnspangen werden Zahn- und Kieferfehlstellungen behoben. Dafür gibt es zwei grundsätzliche Wege: feste Zahnspangen oder herausnehmbare Zahnklammern, ergänzt durch die modernere Aligner-Technik.
Welche Zahnspange die Fehlstellung am besten korrigiert, hängt von der Ausprägung der Fehlstellung ab. Lose und feste Zahnspangen verschieben die Zähne im Kiefer mit unterschiedlichen Kräften, über die konkrete Zahnspangenvariante entscheiden grundsätzlich die Kieferorthopäd:innen.
Die Dauer der Behandlung ist vom Schweregrad der Zahnfehlstellung abhängig und kann zwischen einigen Monaten und vier Jahren betragen.
Die drei Zahnspangenarten im Vergleich
Feste Zahnspange
Brackets aus Metall oder Keramik werden auf die Zahnaußen- oder Zahninnenseite geklebt und über einen Drahtbogen verbunden, der kontinuierlich Druck ausübt. Sie sitzt die gesamte Behandlungsdauer fest im Mund und kommt vor allem bei ausgeprägten Fehlstellungen zum Einsatz.
Herausnehmbare Zahnspange
Die beliebteste Variante während des Zahnwachstums, meist aus Kunststoff mit eingearbeiteten Metallklammern. Sie liegt an der Zahninnenseite und dehnt den Kiefer sanft aus. Individuell gestaltbar mit Farben und Motiven, Kinder können mitentscheiden.
Aligner
Durchsichtige Zahnschienen für leichte Korrekturen, etwa bei schiefen Frontzähnen oder Lücken. Pro Behandlung kommen drei bis neun Schienen zum Einsatz, die Behandlungszeit ist kürzer und damit meist auch günstiger.
Welche Zahnspange passt zu welcher Fehlstellung?
Für feste Spangen geeignet:
- Zähne drehen
- einen ausgeprägten Engstand beheben
- Zahnwurzeln achsengerecht bewegen
- Zähne über größere Distanz verschieben
Für herausnehmbare Spangen geeignet:
- einen großen Frontzahnabstand korrigieren
- Zahnbögen verbreitern
- den Unterkiefer unter Nutzung des Wachstums vorzuverlegen
- Funktionsstörungen des Gebisses korrigieren
Bei festen Spangen ist eine Disziplin der Mundhygiene wichtig, da sie auf eine lange Zeit kontinuierlich Druck auf die Zähne ausübt. Herausnehmbare Klammern lassen sich dagegen einfacher reinigen und beim Essen oder Sport entfernen.
Welche Fehlstellungen sind Kieferorthopädisch zu behandeln?
- bei einem Engstand haben die Zähne keinen ausreichenden Platz im Kiefer und können daher schief stehen
- ein stark zurückliegender Unterkiefer ist an den oberen Schneidezähnen zu erkennen, die weit über die unteren Schneidezähne vorstehen
- beim hervorstehenden Unterkiefer verhält es sich umgekehrt.
- ein frontal offener Biss ist an den Backenzähnen zu erkennen, die beim Zusammenbeißen aufeinandertreffen, während die Frontzähne ohne Kontakt bleiben
- ein tiefer Biss ist durch die obere Frontzähne gekennzeichnet, die die unteren Frontzähne bis zur Hälfte oder in Gänze überdecken
- bei einem Kreuzbiss ist der Unterkiefer breiter als der Oberkiefer
Unbehandelte Kieferorthopädische Probleme können zu Kiefergelenksbeschwerden, Fehlbissen, Schluckbeschwerden, Kauproblemen und Kopfschmerzen führen. Häufig suchen Menschen aber auch aus rein ästhetischen Gründen eine Kieferorthopädische Praxis auf.
Ab wann sollte eine Zahnspange zum Einsatz kommen?
Zahnfehlstellungen lassen sich bei Kindern durch regelmäßige Zahnarztbesuche früh erkennen.
Grundsätzlich gilt: Je ausgebildeter der Kiefer beim Verlust der Milchzähne ist, desto besser passen sich die nachwachsenden Zähne an. Das optimale Alter für eine feste Zahnspange liegt meist zwischen 10 und 13 Jahren, wenn die zweite Phase des Zahnwechsels beginnt.
Herausnehmbare Spangen kommen dagegen oft schon früher zum Einsatz, teils schon während des Milchgebisses, wenn der Kiefer noch besonders formbar ist.
Bei Erwachsenen wird die Kieferorthopädische Behandlung nur in Ausnahmefällen von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, da meist ausschließlich ästhetische Gründe vorliegen.
Die richtige Pflege je nach Spangenart
Bei Zahnspangen sammeln sich im Laufe eines Tages viele Beläge und Speisereste an, die unbedingt entfernt werden sollten.
Feste Spangen benötigen die intensivste Pflege:
- geeignet für die tägliche Reinigung ist eine elektrische Schallzahnbürste
- Interdentalbürsten für die Zwischenräume und
-
eine Munddusche mit speziellem Aufsatz für die schwer zugänglichen Stellen zwischen Brackets und Draht.
Die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung inklusive der passenden Munddusche AQUADENT A2 mit Ersatzdüsen Deep Care findest du im Artikel zur Festen Zahnspange: Dauer, Kosten, Pflege und Ablauf im Überblick.
Herausnehmbare Spangen oder Aligner werden separat von den Zähne gereinigt:
- Putze die herausnehmbare Spange/Aligner mit einer separaten Zahnbürste, auch gerne mit Zahnpasta
- Spüle danach die Spange/ Aligner mit Wasser im Waschbecken ab. Verwende dabei kein heisses Wasser, da sich sonst der Kunststoff verformen kann
- Lagere deine Spange in der dafür vorgesehenen Dose oder wenn sonst nicht zur Hand in einer Serviette/ Tuch um ein Verlustrisiko zu mindern
Fazit
Ob eine feste, herausnehmbare Spange oder Aligner passt, entscheidet im erster Linie der Schweregrad der Fehlstellung, nicht das Alter oder der Geschmack. Feste Zahnspangen bleiben bei ausgeprägten Fehlstellungen die erste Wahl. Herausnehmbare Spangen oder Aligner punkten dagegen bei leichteren Korrekturen.
Am Ende zählt weniger die Spangenart selbst als die konsequente Mitarbeit, sowohl beim Tragen als auch bei der täglichen Pflege, denn nur so führt jede der drei Varianten zuverlässig zum gewünschten Ergebnis.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen einer festen oder herausnehmbaren Spange?
Feste Spangen sitzen dauerhaft im Mund und werden nur vom Kieferorthopäden entfernt, herausnehmbare Spangen kann man selbst absetzen, zum Beispiel zum Essen oder Sport. Feste Spangen eignen sich für stärkere Fehlstellungen, herausnehmbare eher für leichtere Korrekturen.
Wie reinige ich herausnehmbare Spangen oder Aligner?
Mit einer separaten Zahnbürste und Zahnpasta. Nie mit heissem Wasser abspülen, da sich sonst der Kunststoff verformt.









